FEUERSALAMANDER IN NRW: Amphibien haben keine Lobby

Breites Bündnis setzt ein starkes Zeichen für den Schutz des bedrohten Lurches

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG NABU NRW, ZOOGEMEINSCHAFT NRW 

03.09.2026
Gemeinsam für die Zukunft des Feuersalamanders in Nordrhein-Westfalen
Breites Bündnis setzt ein starkes Zeichen für den Schutz des bedrohten Lurches


Düsseldorf/Bochum – Der Feuersalamander zählt zu den bekanntesten heimischen Amphibien – und ist zugleich in Nordrhein-Westfalen akut gefährdet. Lebensraumverlust, Straßenverkehr und der eingeschleppte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) haben vielerorts zu dramatischen Bestandsrückgängen geführt. Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen, wurde 2023 erstmals der „Tag des Feuersalamanders“ am 3. September ausgerufen. Zum diesjährigen Aktionstag macht ein breites Bündnis aus Naturschutz, Forstwirtschaft, Wissenschaft und zoologischen Einrichtungen mit Veranstaltungen und Beobachtungsmöglichkeiten auf die Lage des Lurches aufmerksam und zeigt konkrete Wege für seinen Schutz. So baut der NABU NRW seit April 2025 – gefördert von der NRW-Stiftung – ein landesweites Netzwerk für die Schutzaktivitäten für die Art auf. Das Kooperationsprojekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ hat 2026 mit der Auswahl von Flächen begonnen, die künftig ökologisch aufgewertet werden sollen: etwa durch die Renaturierung von Gewässern, Schutzmaßnahmen an Straßen oder die Verbesserung von Waldstrukturen entlang von Bächen. Landesweit wurden bereits über 60 geeignete Lebensräume identifiziert. Ab 2027 starten die ersten Maßnahmen vor Ort. Projektleiter Jonas Virgo betont die Bedeutung der Schutzmaßnahmen: „Der Feuersalamander ist eine nationale Verantwortungsart und steht sinnbildlich für die globale Amphibien- und letztendlich Artenkrise. Zu seinem Schutz sowie dem vieler anderer gefährdeter Arten braucht es vor allem intakte Lebensräume.“ NABU-Landesvorsitzende Dr. Heide Naderer unterstreicht die Bedeutung des entstandenen Netzwerkes: „Wir haben sehr unterschiedliche Akteure zusammengebracht – vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW über Waldbauernverbände und Biologische Stationen bis hin zu Universitäten, Behörden, Kommunen, Freizeitverbänden und Zoos. Der Tag des Feuersalamanders zeigt, wie viele Stimmen sich für konkrete Maßnahmen zum Erhalt von Arten bei gutem Willen vereinen lassen.“ Auch die Zoogemeinschaft NRW bringt ihre Expertise ein. Viele Zoos engagieren sich bereits in Erhaltungszucht und Bildungsarbeit. Ralf Slabik, Zoodirektor des Tierpark + Fossilium Bochum sowie Vorsitzender des Landeszooverband NRW erklärt: „Der Feuersalamander ist vielen vertraut – wie bedroht er inzwischen ist, aber oft nicht. Genau das vermitteln wir am Aktionstag.“ Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf und Landesgruppensprecher der VdZ-Zoos in NRW, ergänzt: „Amphibien haben selten die Lobby, die sie bräuchten. Zehn Jahre nach der Erstbeschreibung des gefährlichen Bsal-Pilzes war klar: Diese Art braucht einen eigenen Aktionstag. Umso erfreulicher, dass sich heute so viele beteiligen.“ Wer den Feuersalamander selbst erleben möchte, hat im Herbst gute Chancen: An feuchten Abenden verlassen die Tiere ihre Verstecke in naturnahen Laubwäldern mit Bachläufen. Planbarer ist der Besuch in den beteiligten Zoos, die Feuersalamander ganzjährig zeigen und ab dem 3. September zusätzliche Aktionen anbieten. Informationen zu kommenden
Freilandexkursionen im Rahmen des Projekts „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ gibt der NABU NRW. Hintergrund Der „Tag des Feuersalamanders“ findet jedes Jahr am 3. September statt. Er wurde im Jahr 2023 vom Aquazoo Löbbecke Museum ins Leben gerufen. Zahlreiche Zoos, Tierparks und Naturschutzorganisationen machen mittlerweile an diesem Tag bundesweit auf den Rückgang der heimischen Amphibienart und die für sie tödliche Salamanderpest aufmerksam. Der 3. September wurde bewusst als Aktionstag gewählt, da an diesem Tag in 2013 die wissenschaftliche Erstbeschreibung des die Erkrankung auslösenden Pilz-Erregers Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, erschien - eine der größten Bedrohungen der Art. Über das Projekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“ Das Projekt verfolgt das Ziel, bestehende Schutzaktivitäten für den Feuersalamander in Nordrhein-Westfalen zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Verbesserung von Lebensräumen, die Reduzierung von Gefährdungen, der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Amphibienschutz:

nrw.nabu.de/feuersalamander. Neben dem Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf und dem Tierpark + Fossilium Bochum konnten als weitere Partner bisher gewonnen werden: der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der Dachverband Biologische Stationen in NRW, der Waldbauernverband NRW sowie der Gemeindewaldbesitzerverband NRW, die Zoogemeinschaft NRW, die Bergische Universität Wuppertal und die Ruhr-Universität Bochum, der Landeswanderverband, die Stadt Remscheid sowie die Stadt Velbert. Ansprechpartner: Dunja Berens, Dipl. Biologin, Abteilungsleiterin Zookommunikation Tierpark Bochum gGmbH, Tel. 0234 - 950 2924, dunja.berens@tierpark-bochum.de, Dr. Jonas Virgo, Leiter des Feuersalamander-Projektes beim NABU NRW, Tel. 0211 - 15 92 51 – 52, Jonas.Virgo@NABU-NRW.de


Foto© Dr. Jonas Virgo_1: Feuersalamander