Die Adlerwarte Berlebeck wurde 1939 durch das Ehepaar Kati und Adolf Deppe gegründet.
Der Standort der Adlerwarte zwischen Externsteine und Hermannsdenkmal zog in kürzester Zeit viele Besucher an. In den fünfziger Jahren erlangte die Adlerwarte Weltruhm durch die bekannten Filme wie "Die Schlangengrube und das Pendel" sowie die unvergessene "Geierwally" mit Barbara Rütting. Der Steinadler Peter flog zur Prämiere des bekannten Films "Valley of the Eagles" (Im Tal der Adler) sogar mit Kati Deppe nach New York. Ende der 60iger Jahre bezeichnete sich die Adlerwarte zu Recht als größte und älteste Greifvogelwarte Europas.
Aus Altersgründen suchte das Ehepaar Deppe Anfang der 70er Jahre nach einem geeigneten Nachfolger für die Adlerwarte. 1972 entschlossen sie sich, die bereits weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte und Europas älteste Greifvogelstation an die Stadt Detmold zu übergeben. Damit war gewährleistet, dass ihr Lebenswerk ganz in ihrem Sinne weitergeführt wird.
Im Jahre 1975 wurde die erste Auffangstation für kranke Greifvögel und Eulen oder Jungvögel eingerichtet. Eine Abflugtribüne wurde am Rande des Hanges errichtet, um den Freiflug der Greifvögel noch attraktiver zu gestalten. 1978 gelang die erste Steppenadler-Nachzucht. Mit ihren regelmäßigen Uhu-Nachzuchten ist es der Adlerwarte zu verdanken, dass dieser Vogel im Teutoburger Wald wieder heimisch ist. 1982 entstand ein neuer Großvolieren-Komplex.
In diesen neuen Volieren gelang 1989 zum ersten Mal in Europa die natürliche Brut und Aufzucht eines Andenkondors. Die Adlerwarte ist europaweit führend in der Haltung der Greifvögel.
Die ab Mitte der 1990er Jahre bei der Stadt Detmold einsetzende Verwaltungsreform brachte umfangreiche Veränderungender Organisations- und Zuständigkeitsbereiche.
1996 übernahm der aus dem früheren Gartenamt hervorgehende städische Fachbereich 8 ("Grünes Team") unter dem Fachbereichsleiter Hans-Hermann Weiß das Management der Adlerwarte.
Noch im gleichen Jahr wurde ein Entwicklungskonzept für die Zukunft der Adlerwarte aufgestellt. Neben der umfassenden Renovierung vieler Bereiche wurde darin angestrebt, in der Adlerwarte eine vom Wetter unabhängige Einrichtung zu schaffen. Als Kernstück des Konzeptes sollte ein modernes Lehr- und Infozentrum aufgebaut werden. Nicht lag näher, als dieses in dem ehemals vom Ehepaar Deppe bewohnten Haus zu realisieren.
Ende 1997 konnte mit dieser Baumaßnahme begonnen werden, als feststand, dass die Gesamtbaumaßnahmen in Höhe von rund 1,1 Mio. DM durch Unterstützung der regionalen Wirtschaftsförderungsprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen und durch Zuwendungen aus dem Investitionsfonds lippischer Gemeinden finanziert werden konnte.
So wurden 1998 zwölf Großvolieren erstellt, in denen eine noch bessere Nachzucht von Greifvögeln möglich ist; ferner eine Zuchtanlage, die es ermöglicht, viele vom aussterben bedrohte Greifvogelarten gezielt in die Zucht zu führen.
Um eine stetige Verbesserung des Flugprogramms zu erreichen, wurde eine Abflugtribüne mit rund 250 Sitzplätzen gebaut. Ebenso gehört eine großzügig angelegte Panoramaterrasse zu den neuen Errungenschaften der Adlerwarte. Ab nun war es möglich, auch gro0e Reisegruppen zu bewirten.
Um den Aufstieg zur Adlerwarte zu erleichtern, wurde der doch arg in die Jahre gekommene Aufgang von Grund auf überholt.
Der neu errichtete Abenteuerspielplatz mit tollen Großspielgeräten wurde ein echtes "Highligt" für die kleinen Besucher. Hier kann sich Groß und Klein nach Herzenslust austoben...
Die in den 1970er Jahren errichtete Auffang- und Pflegestation wurde nochmals erweitert, um den vielen verletzten Tieren gerecht zu werden. So war es möglich die große Zahl (1996 waren es allein 120 Tiere) aufzunehmen und zu pflegen.
Im Winter 2007/2008 wurde die Panoramaterrasse überdacht. Nun ist es möglich, auch wetterunabhängig über die ganze Saison große Besuchergruppen zu bewirten.
Die Adlerwarte heute
Am 12. Juli 2009 feierte die Adlerwarte Berlebeck ihren 70. Geburtstag! Ein Fest mit weit über 3000 Besuchern ließ diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Von der Gründung im Jahre 1939 bis heute sind nicht nur 70 Jahre vergangen, die Adlerwarte hat auch viele turbulente, aber schöne Zeiten hinter sich. Um diesen Jahren gerecht zu werden, hat sich das Team der Adlerwarte ein ganz besonderes Geschenk gemacht.
Das im Jahre 1996 gestaltete Infozentrum verwandelte sich in ein modernes interaktives Museum!




