Warum überhaupt Artenschutz?
Jedes Lebewesen auf der Erde hat seinen Platz im Gefüge der Natur und erfüllt eine bestimmte Funktion. Wenn nur eine Tier- oder Pflanzenart ausstirbt, ist das ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewicht der Natur gestört ist und somit auch die Lebensgrundlage der Menschen gefährdet ist.
Das Ökusystem unserer Erde ist ein komplexes System. Jedes Lebewesen ist ein wichtiges Bindeglied. Wir sind darauf angewiesen, dieses Netz aus Abhängigkeiten der einzelnen Arten zu schützen und im Gleichgewicht zu halten.
Warum sind Greifvögel gefährdet?
Durch die weltweite Zerstörung von Ökosystemen sind große Artenverluste zu verzeichnen. Durch intensive Landwirtschaft wird den Greifvögeln der natürliche Lebensraum genommen. Greifvögel brauchen große Reviere mit zum Teil unterschiedlichen Strukturen. Kleinstbiotope, wie Wege- und Ackerraine, Quellflüsse, Tümpel, Hecken und Feldgehölze verschwinden immer mehr und werden durch monotone Ackerflächen ausgetauscht oder sogar überbaut.
Da Greifvögel ein Endglied der Nahrungskette bilden, geraten auch die Populationen der Nahrungstiere (Kleinsäuger, Vögel) in Ungleichgewicht. Andersherum regieren Greifvögel empfindlich auf den Rückgang von Nahrungstieren. So nimmt z.B. die Population der Schnee-Eule in Lemmingarmen Jahren sehr ab, jedoch in Lemnmingreichen Jahren wieder zu. In diesem Fall handelt es sich um einen natürlichen Kreislauf. Anders hingegen ist es mit der großflächige Vernichtung von Hirseschädlingen (z.B. Wanderheuschrecken) in Afrika.
Im Mittelmeerraum wird immer mehr Wald für Bauland geschlagen, was sich besonders auf die Zugvögel auswirkt, genauso wie die Ausweitung der Wüsten.
Greifvögel haben eine relativ hohe Lebenserwartung und so eine entsprechend niedrige Fortpflanzungsrate, um so schneller wirkt sich ein Artenrückgang auf eine Population aus.
In der Vergangenheit gab es unter Greifvögeln große Verluste durch chlorierte Kohlenwasserstoffe, die in dem Spritzmittel DDT enthalten sind. Das zeigt unter anderem, dass speziell Greifvögel extrem auf Umweltgifte reagieren. Man könnte sie auch als eine Art Bioindikatoren für Umweltschäden und Luftverschmutzung bezeichnen.
Nachdem die Anwendung DDT in der 70er Jahren verboten wurde gab es eine Erholung der Bestände.



